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Der Leitfaden zum Beschaffungsmanagement

Eine kluge Beschaffungsstrategie ist für Ihr Unternehmen so wichtig wie das Geheimnis erfolgreicher Produkte. Sie dient dazu, Ihren Betrieb effizienter, kostengünstiger und am Ende erfolgreicher zu machen. Mit einer nachhaltigen und durchdachten Beschaffung meistern Sie jede zukünftige Herausforderung.

Beschaffungsmanagement und -Strategie mit globalen Partnern

Für den Geschäftserfolg in Ihrem Unternehmen ist die richtige Beschaffungsstrategie von zentraler Bedeutung. Hier treffen Faktoren zusammen, die sich insgesamt ergänzen. Im Einzelnen verfolgt Ihre Strategie der Beschaffung diese Ziele:

  • Mehr Effizienz

  • Kosten minimieren

  • Risiken verringern

  • Wettbewerbsfähigkeit stärken

Jeder Betrieb ist individuell aufgestellt bezüglich Unternehmenskultur, Mitarbeitender und Produkte, die hergestellt werden. Aus diesem Grund gibt es keine Blaupause in Sachen Beschaffungsstrategie, die auf jedes Unternehmen angewendet werden kann.

In unsicheren Zeiten, die beeinflusst sind von geopolitischen Ereignissen, zunehmendem Protektionismus, Wetterphänomenen und der Coronapandemie, wird eine zuverlässige Beschaffung von Material und Vorprodukten für Ihren Betrieb immer bedeutsamer.

Ob globaler Lieferant oder lokale Zulieferer; entscheidend ist, dass Ihre Beschaffung frei von Störungen und Unterbrechungen ist. Wir zeigen Ihnen Wege auf, wie Sie die Lieferketten in Ihrem Unternehmen organisieren können und geben Ihnen Hinweise, worauf zu achten ist.

 

 

Die richtige Beschaffungsstrategie

Unternehmen in der Produktion aus unterschiedlichen Branchen sind kaum vergleichbar. Sie versorgen Märkte beispielsweise in den Bereichen Automobilindustrie, Medizintechnik, Industrie und Elektrotechnik. Bei der Beschaffung von Rohstoffen, Materialien und Bauteilen gibt es Gemeinsamkeiten, die auf jedes Unternehmen zutreffen. Dazu gehören diese Kriterien als Oberbegriffe:

  • Anzahl möglicher Lieferanten

  • Ort der Belieferung

  • Art der Güter, die beschafft werden sollen

Ob globaler Lieferant oder viele kleine Zulieferbetriebe am Ende die beste Lösung darstellt, hängt davon ab, wer Ihre Lieferkette sicher und zuverlässig gestalten kann. Im Folgenden möchten die einzelnen Beschaffungsstrategien näher beleuchten.

Anzahl möglicher Lieferanten

Mit diesem Kriterium legt das Unternehmen die Anzahl der Lieferanten fest. Es wird unterschieden zwischen: Single Sourcing, Dual Sourcing und Multiple Sourcing.

Während ein globaler Lieferant eine enge Lieferbeziehung darstellt, ist hier die Abhängigkeit gross. Mit einem zweiten Zulieferer reduziert sich das Risiko deutlich. Beim multiple Sourcing wird das Bestellrisiko auf viele Schultern verteilt, erfordert gleichzeitig eine umfangreiche Koordination.

Ort der Belieferung

Hier legt das Unternehmen fest, aus welchen Regionen die Lieferanten kommen, entsprechend unterscheidet zwischen Local, National und Global Sourcing.

Lokale und nationale Belieferung bedeuten kurze Transportwege und einheitliche rechtliche Bestimmungen. Im Gegensatz dazu bietet Global Sourcing eine grössere Vielfalt an Möglichkeiten. Weitere Wege und internationale Herausforderungen sollten bei einer internationalen Belieferung berücksichtigt werden.

Art der Güter, die beschafft werden sollen

Je nach Umfang der Produktion erfolgt die Unterscheidung bei Material und Bauteilen nach:

 

Rohstoffe und Einzelteile lassen sich gut miteinander vergleichen und können bei unterschiedlichen Lieferanten nach Preis und Qualität geordert werden. Wenn Bauteile oder komplette Systeme zu liefern sind, erfordert der Austausch von Knowhow eine engere Lieferantenbeziehung.

Entscheidungsrahmen des Lieferantenmanagements

Entscheidungsrahmen des Lieferantenmanagements

Im Rahmen der Unternehmensstrategie legt das Management die Vorgehensweise für die Beschaffung von Rohstoffen, Material und Bauteilen fest. In diesem Zusammenhang werden Beschaffungsobjekt und Bezugsquelle benannt. In einem ersten Schritt werden Lieferanten identifiziert, die den Anforderungen entsprechen. Nach erfolgter Eingrenzung und Analyse der Kandidaten wird der Kreis der Zulieferer bewertet und es kommt zu Vertragsabschlüssen. Permanentes Controlling steuert die Auswahl der besten Lieferanten.

 

Flexibilität in der Supply Chain

Ob sie einen globalen Lieferanten beauftragen oder viele Zulieferer bevorzugen, hat zunächst einmal nur wenig Einfluss auf die Flexibilität der Lieferkette. Wenn alles funktioniert, gibt es in beiden Fällen keine Probleme. Doch was bedeutet Flexibilität in Bezug auf die Beschaffung für Ihr Unternehmen?

Flexibilität ist die Fähigkeit Ihrer Supply Chain, sich in einem angemessenen Zeitraum und zu möglichst niedrigen Kosten auf Störungen oder Unterbrechungen einzustellen und entsprechende Veränderungen durchzuführen.

Dabei erfolgt eine Unterscheidung nach:

  • Interner Flexibilität

  • Externer Flexibilität

 

Sowohl Ihr Unternehmen als auch Ihre Zulieferer sollten in der Lage sein, auf Herausforderungen jeder Art angemessen und zeitnah zu reagieren. Wenn bei einem der Partner in der Wertschöpfungskette Probleme auftauchen, sollte offen darüber kommuniziert werden. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Ihr Controlling Auffälligkeiten bei Zulieferern möglichst früh erkennt und zielgerichtet gegensteuern kann.

Flexible Ketten zur Belieferung sollten zudem stabil sein und bei allem Kostenbewusstsein über Spielraum für auftretende Schwierigkeiten verfügen. Diese vier Faktoren sind hilfreich, um Ihre Wertschöpfungskette zu stabilisieren und gleichzeitig flexibel zu halten:

  1. Ausreichende Kapazität

  2. Gleichgewicht

  3. Redundante Produktion

  4. Ausreichende Anzahl Mitarbeitender

 

Führender Hersteller von Spulen und Elektronik in der Schweiz

Die KUK Group fertigt an sechs Standorten in Europa und Asien und verfügt damit über ausreichende Kapazitäten in verschiedenen Regionen. Dadurch entsteht ein Gleichgewicht bei möglichen Störungen in einzelnen Ländern. Aufgrund der Herstellung von kundenspezifischen Bauteilen von hoher Präzision ist eine redundante Produktion mit ausreichend gut geschulten Mitarbeitenden selbstverständlich.

 

Risiken und Kosten in der Supply Chain

Es ist unerheblich, ob ein globaler Lieferant für Ihre Beschaffung zuständig ist oder Sie die Zulieferung auf mehrere Partner verlagern. Jede Kette von Lieferbeziehungen birgt Risiken und ist anfällig für höhere Kosten. Zu den bedeutsamsten Herausforderungen zählen unter anderem:

 

  • Geografische Risiken in Beschaffungsmärkten: Hochwasser, Erdbeben, Naturkatastrophen

  • Politische Unsicherheiten und zunehmender Protektionismus

  • Zollbeschränkungen

  • Mangelndes Know-how in Bezug auf Flexibilität und Dynamik infolge veralteter Strukturen

  • Anfälligkeit beim effizienten Zuordnen von knappen Ressourcen in Krisenzeiten

  • Verzögerung bei Lieferengpässen

  • Unzureichende Informationsflüsse / fehlende systemgestützte Prozesse aufgrund veralteter Software oder verkrusteter Strukturen

  • Fehlende Zertifizierungen

 

Durch den Austausch von Informationen innerhalb der Kette Ihrer Zulieferer können einige dieser Schwierigkeiten gemeistert werden.

 

In der Beschaffung fallen Kosten an, die in vielen Fällen schwer steuerbar sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Logistikkosten

  • Personalkosten

  • Aufwendungen für den Verwurf von Ware aufgrund schlechter Planung oder falscher Markteinschätzung

  • Kosten für Lager und Bestandshaltung

  • Verpackungskosten

  • Infrastrukturkosten

  • Kosten für Versicherung, Zölle, Steuern

  • Zertifizierungskosten

  • Flexibilitätskosten beispielsweise für Konsignationslager oder Pufferbestände

 

In volatilen Märkten oder Krisen führt eine plötzlich veränderte Nachfragesituation bei Endkunden, in der Kette der Zulieferer zu einem „Bullwhip Effekt“.

Das bedeutet, dass Lieferengpässe zu einer künstlich gesteigerten Nachfrage führt, die bis zu Störungen bei den Herstellern reicht.

Die Folge sind steigende Kosten für alle Beteiligten, weil die „normale Kette der Zulieferer“ aus den Fugen geraten ist.

Beispiel für vermeidbare Kosten aus der Elektroindustrie

Allein durch fehlende Geschwindigkeit entsteht in der Halbleiterbranche ein Kosteneffekt, der bemerkenswert ist. Nach „Moore’s Law“ werden Halbleiter permanent günstiger produziert oder steigern im Rahmen des Entwicklungsprozesses die Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, dass ältere Chips innerhalb der Kette der Lieferanten an Wert verlieren, wenn die Transportzeiten unnötig verlängert werden.

 

Lieferkette am Laufen halten

Eine gut funktionierende Kette von Lieferanten verlangt von Ihrem Betrieb eine resiliente Logistik. Dabei ist es wesentlich, geeignete Strukturen zu schaffen, die auf modernster Technik basieren. Ihr ERP sollte in der Lage sein, Störungen frühzeitig zu erkennen, damit es nicht zu Produktionsausfällen oder Stillstand kommt. Doch wie hilft Ihnen die Technik, Herausforderungen zu erkennen und gegenzusteuern?

In der Vergangenheit beruhte das ERP-System in vielen Betrieben auf der manuellen Eingabe von ausgewerteten Daten. Dazu gab es unterschiedliche Quellen, die selten direkt miteinander vernetzt waren. Dadurch entstanden Verzögerungen mit dem Ergebnis, dass bei auftretenden Herausforderungen viel zu spät reagiert werden konnte. Der Einsatz ganzheitlicher digitaler Technologie in Ihrem Unternehmen ist eine Investition in die Zukunft. Das Management kann so schneller reagieren und dabei die Partner in der Kette der Zulieferer mit wichtigen Daten versorgen.

Diese Massnahmen sorgen für eine resiliente Lieferantenkette

  1. End-to-End Transparenz für das Aufspüren von Veränderungen bei Partnerunternehmen

  2. Lieferantenkapazitäten können in Echtzeit angepasst werden

  3. Intensive Gespräche mit Branchenkollegen und permanenter Datenaustausch mit Lieferanten in Bezug auf Veränderungen

  4. Einsatz von künstlicher Intelligenz durch digital vernetzte Prozesse in Produktion und Controlling

 

Was macht Lieferketten resilient?

Stillstand in der Herstellung aufgrund fehlender Bauteile ist der Albtraum eines jeden Managers. Damit die Produktion reibungslos läuft, sind zuverlässige Lieferketten mit einer resilienten Logistik Grundvoraussetzung.

Mehr erfahren
resiliente-logistik

Logistik und die Umwelt

Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz treten in der Beschaffung immer stärker in den Vordergrund. Dabei setzt die Logistikbranche in erster Linie auf energieeffiziente Fahrzeuge und den schonenden Einsatz von Ressourcen. Um die Logistik nachhaltiger zu gestalten, werden Prozesse laufend überprüft und verändert. Das betrifft in besonderem Masse den Einsatz von weniger Verpackung. Gleichzeitig soll umweltverträglicher Karton aus ökologisch zertifiziertem Holzanbau den Einsatz von Plastik weitgehend ersetzen. Fakt ist, dass nachhaltige Logistik nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch der Wirtschaft zu kostensenkenden Massnahmen verhilft.

 

Beispiel KUK Group

Die Schweizer KUK Group ist ein Beispiel aus der Elektroindustrie, um aufzuzeigen, wie ein globaler Lieferant durch konsequentes Handeln seine Kunden in vielen Ländern erfolgreich beliefert. Grundvoraussetzung ist ein ausreichend angelegtes Lager von Rohmaterial in der Beschaffung. Damit können Lieferverpflichtungen auch kurzfristig bedient werden.

In der Spulen- und Elektronik-Produktion ist Flexibilität ein bedeutsamer Faktor. Als globaler Lieferant sind weltweite Präsenz und optimal mit den Kunden abgestimmte Produktionsstandorte wichtige Voraussetzungen für Kundennähe und hohe Liefergeschwindigkeiten. Diese Faktoren ergänzen eine vorteilhafte Beschaffung:

  • Grossvolumiges Materiallager mit einem Umschlag von 500 Tonnen Kupfer pro Jahr

  • Umfangreiches Lagersortiment, bestehend aus 5.000 verschiedenen Bauteilen

  • Rückverfolgung einzelner Komponenten

  • Zertifiziertes Umweltmanagement

Damit ist es möglich, auf den Kunden abgestimmte Lösungen zu realisieren, die massgeschneidert geliefert werden. Die KUK Group verfügt über umfangreiches Knowhow in der Produktionsverlagerung und Einrichtung von Fertigungslinien im Ausland. Zusätzlich sorgt ein Netzwerk von Zulieferbetrieben in der Beschaffung für beste Konditionen für die Kundschaft.

 

Fazit

Die richtige Strategie bei der Beschaffung von Rohstoffen, Material und Bauteilen ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Dabei ist es unerheblich, ob ein globaler Lieferant oder viele Zulieferer Ihr Unternehmen bedienen. Es ist wichtig, die Kette Ihrer Lieferanten zu analysieren und in einem zweiten Schritt für ausreichende Flexibilität zu sorgen. Dabei ist es bedeutsam, die Risiken und Kosten bei Lieferanten und Logistik zu minimieren. Wenn die Kette Ihrer Zulieferer reibungslos funktioniert und im Einklang mit nachhaltiger Logistik steht, haben Sie alle Voraussetzungen erfüllt, um erfolgreich am Markt zu bestehen.

Besorgt wegen Ihrer asiatischen Lieferkette?